FeldmochingMünchens größtes Dorf

 

Feldmoching gehört zu den ältesten Siedlungen innerhalb des heutigen Münchener Stadtgebiets:

Zahlreiche Grabhügel aus der Mittleren Bronzezeit um 1500 v. Chr. in der heutigen Fasanerie,
eine keltische Viereckschanze aus dem letzten Jahrhundert v. Chr. Nördlich von Feldmoching mit eventuellen Siedlungsresten östlich davon,
römische Nachbestattungen aus der frühen und der mittleren Kaiserzeit im 1. bzw. 2. Jahrhundert im Obermoos,
eine Römerstraße in der heutigen Fasanerie und schließlich
neben zahlreichen Funden aus der Bajuwarenzeit ein mehr als 600 Gräber umfassendes Reihengräberfeld aus der Zeit zwischen 550 und 750 n. Chr.
lassen den Schluss auf eine Siedlungskontinuität in Feldmoching seit rund 3500 Jahren zu.

Feldmoching wurde im Mittelalter zum größten und wichtigsten Ort auf dem Gfild. Nur, wann die erste urkundliche Erwähnung anzusetzen ist, wissen wir nicht – eine so genannte Geburtsurkunde gibt es also nicht. 748 wird zwar schon einmal ein Machinga erwähnt, aber das wird wohl eher Holzmoching, das heutige Ampermoching, sein. Die erste unzweifelhaft auf Feldmoching bezogene Urkunde ist dann nicht einmal genau datiert, aber wohl in die Zeit zwischen 790 und 803 zu legen.

Damit war uns die Möglichkeit genommen, eine gesicherte erste urkundliche Erwähnung zum Anlass einer 1200- oder 1250-Jahr-Feier zu nehmen. So wird 810 und 817 in Feldmoching ein Anno erwähnt. Ein Anno ist es dann auch, der zwischen 855 und 875 als Bischof von Freising in nicht weniger als 7 Urkunden besonders um die Arrondierung des bischöflich-freisingischen Besitzes in Feldmoching bemüht ist. Daraus stellt sich die Frage, ob nicht dieser Bischof Anno selbst ein Feldmochinger war. Denn noch im 12. Jahrhundert saßen in Feldmoching bedeutende bischöflich-freisingische Ministeriale. Einer der bedeutendsten Feldmochinger jener Zeit war der Feldmochinger Pfarrer Heribord, dem immer noch fälschlicherweise nachgesagt wird, er sei der erste Pfarrer von St. Peter in München, nur weil er Dekan war, zu dessen Amtsbereich auch das neue München gehörte.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Feldmoching später Sitz eines der Unterämter des Landgerichts Dachau wurde. Nachdem sich Herzog Wilhelm V. 1596 die Gerichtsbarkeit und das Scharwerk über die Feldmochinger vorbehalten hatte und das Dorf seiner neuen Hofmark Schleißheim einverleibt hatte, wurde das „Amt auf dem Gfild“ des Dachauer Landgerichts nach Neuhausen verlegt. Die nun zuständige Hofmarksverwaltung in Schleißheim bekam aber zu spüren, wie selbstbewusst und stolz die Feldmochinger sein konnten, denn

sie verweigerten öfter das Scharwerk, wie erstmals schon 1610,
feilschten hartnäckig um Steuern und Abgaben und
stritten zweimal erfolgreich, 1650 und 1773/74, mit dem Landesherrn um einen Wildzaun um ihre Fluren.
Dabei verliehen sie 1773 ihrer Forderung wieder mit einem Steuerstreik Nachdruck und bekamen dafür eine militärische Einquartierung in ihre Bauernhäuser. Doch die Feldmochinger drohten schließlich ihrem Kurfürsten ungeniert, wenn er das „fußfällige Bitten“ einer untertänigstgehorsamen Bauernschaft“ nicht erhöre, so würden sie sämtlich unmittelbar von höchstdero Hofmark Feldmoching abtreten und anderwärts sich um häusliche Niederlassung bewerben“. Damals angesichts der restriktiven Niederlassungsvorschriften und mangelnden Freizügigkeit eigentlich eine gegenüber dem Landesherrn, es war damals Kurfürst Maximilian III. Joseph, ungeheuerliche Drohung, die diesen dermaßen verschreckte, dass er glatt einlenkte.