Der VereinDer Kulturhistorische Verein Feldmoching

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"Sammeln und Bewahren"

Exponate aus der Sammlung des Kulturhistorischen Vereins Feldmoching auf dem Gfild e.V.

Ausstellungskurator: Herr Helmut Keßler

 ab  24. Juni 2017 bis 28.Oktober 2017

im  ehem. Gemeindhaus Josef-Frankl-Straße 55 / 1. Stock

80995 München - Feldmoching

Öffnungszeiten Samstag 14 - 17 Uhr

Weitere Terminvereinbarungen in Absprache mit Herrn Helmut Keßler
Tel.089/31403980 ode 089/3147575

 

 

 

Rede von Herrn Helmut Keßler zur Eröffnung der Ausstellung "Sammeln und Bewahren"
bei der Vernissage am 16.06.2017
 

Der Titel unserer Ausstellung ist zugleich das Logo unseres Vereins, nämlich Sammeln und Bewahren.
In einem Vorwort zu einem Buch von Bernhard Schmeltzer und Ulrich Brinkmann fand ich folgenden passenden Text zum Thema Sammeln, mit der Überschrift

 

"Gedanken zum Sammeltrieb der Menschen" 

Die Sammelleidenschaft ist so alt wie die Menschen.
Was bringt uns Menschen dazu, alte Dinge zu sammeln und uns daran zu erfreuen?
Woher kommt diese Freude, da wir im allgemeinen doch dem neuen den Vorzug geben und das mit Recht;
den über der Vergangenheit  darf die Gegenwart nicht vergessen werden. 
Ständig entstehen neue Produkte menschlicher
Fantasie und Erfindungsfreude, von denen sich immer wieder einige durch 
besondere Raffinessen und Schönheit auszeichnen. 
 
Und dennoch:"Gegenwart ohne Vergangenheit hat keine Zukunft" Sammlungen egal welcher Art
und was wird eigentlich nicht gesammelt? ) geben die Möglichkeit, heute einen Blick in die Vergangenheit zu werfen.
 
In solcher  Betrachtung wird Vergangenheit lebendig, man begreift  ihre Zusammenhänge mit der Gegenwart und die Fantasie
malt sich die Zukunft aus.  
Ein zweites tritt hinzu: Alte Dinge haben eine lange Zeit hinter sich. Sie atmen Geschichte. 
Mit ihnen sind Ergebnisse von Menschen verbunden. An ihnen dokumentiert sich der Fortgang des Lebens.
 Der Sammler kennt diese besondere Atmosphäre seiner  
alten Sammelstücke. Er lebt mit ihnen und bewahrt sie. 
Gerade für  uns Deutsche in den aus Not- und Profitdenken entstandenne Nachkriegsstädten ist das
Bewahren jener wenigen Reste vergangener Epochen besonders wichtig.

Ende des Zitats!

 

Aber zurück zu unseren Sammlungen:
Wir haben im Jahr 1990 auf Initiative von Herrn Volker Laturell und mir den Kulturhistorischen Verein Feldmoching auf dem Gfild gegründet, um in der  ehemaligen Untermühle in Feldmoching, die wegen dem Bau der A99 abgebrochen werden sollte, ein Heimatmuseum einzurichten. Jedoch, nach 3jährigen intensiven Bemühungen um den Erhalt der Gebäude, wurde die Untermühle im April 1993 abgebrochen. Vorläufig aus der Traum! Ich habe nach der Gründung des Vereins das Sammeln von Exponaten für ein späteres Heimatmuseum übernommen, da ich ein leidenschaftlicher Sammler bin und mir durch meinen Beruf als Antiquitätenhändler und Restaurator schon viele Kenntnisse und Erfahrungen gesammelt hatte.

Ich hatte auch das Glück, bei einem alten Schreinermeister das Schreinerhandwerk zu erlernen. Er brachte mir noch alte Praktiken dieses Handwerks bei und das Reparieren und Restaurieren von alten Möbeln. Ich sammle nun schon seit über 25 Jahren für den Verein. Zwischenzeitlich hat sich allerhand angesammelt. Wer sammelt braucht Platz.
Das ist schon von Beginn an unser großes Problem, da wir immer nur in notdürftigen Lagern Unterkunft fanden. Wir ziehen gerade schon zum 3.mal mit der Sammlung um. Zuerst waren die Exponate in einem notdürftigen Lager der Baufirma Fritz Wallner untergebracht, nach der Räumung in 2 ausgedienten  Bauwägen der Stadt München auf dem Grundstück von Franz Kötterl am Untermühlanger, kostenlos. Aber auch dort wurde gebaut, so daß wir anschließend wenigstens in einem Schuppen des stillgelegten Bordells in der Schwarzhölzstrasse für einige Jahre die Sammlung unterbrachten. Dort erhielten wir Anfang dieses Jahres die Kündigiung, wegen Verkauf. Gott sei Dank stellte uns jetzt die Familie Theimer vom "Königs-Hof" einen Teil ( ca.30 qm ) ihres ehem. Kuhstalls zur Verfügung. Es sollte aber auch nur eine Zwischenlösung sein, denn wir bräuchten unbedingt ca. 100 qm. Zu guter letzt wollen Sie sicher noch wissen, woher hat da Keßler eigentlich des ganze oide Zeug.

Als alter Schnüffler von Abbrüchen alter Gebäude und Höfen, aus Haushaltsauflösungen und Nachlässen, vom Ankauf auf Flohmärkten, aber auch von Schenkungen aus der Bevölkerung. Auch von meiner eigenen Sammlung sind
einige Stücke dabei. Die jetzige Sammlung im "König-Hof" wird von mir nach und nach gesäubert und restauriert. Museales restaurieren heißt aber nicht , z. B. eine Bauertruhe natur abzuschleifen bis sie wieder neu aussieht, sondern die Patina muß erhalten bleiben. Hier sind unsere großen Vorbilder die Engländer, bei denen alte Möbel oder Gegenstände  nur immer wieder frisch gewachst werden. Nach der Restaurierung wird für jedes Exponat ein Archivblatt angelegt mit  Foto, Maße, Alter, Herkunft, Materialverwendung und Aufbewahrungsort.

Die kleineren Stücke werden in Kartons aufbewahrt. Wir haben hier im Gemeindehaus im Archiv schon eine große Sammlung von Dokumenten, Fotografien, Filmen, Schriften u.s.w. aufgebaut, die auch von Fachleuten bewundert werden. Einen großen Verdienst daran hat unser unermüdlich fleißiger Archivar und 2. Vorsitzender Herr Hans Theimer. Aber auch der weitere Aufbau unserer  Exponatensammlung ist sehr wichtig. Ein Museum in Feldmoching als historischer Ort sollte nicht nur wünschenswert sein  (nach dem Motte "sche wars scho") sondern es muß heißen "Feldmoching braucht ein Museum", um auch unseren nächsten Generationen zu zeigen, wie es früher war.

Ein weiser Mann gab einmal den Rat "Trachte nach dem Unmöglichen, so erreichst Du wenigstens Mögliches"
Ich danke fürs Zuhören (lesen) und wünsche uns noch einen beschaulichen Abend mit einer guten Unterhaltung

Ihr Helmut Keßler  

Eintrag durch Irme.Bähr/mit Genehmigung von Helmut Kessler